Dienstag, 12. Mai 2015

80 km Wandern in 24 Stunden - ein Selbstversuch!

80 km Wandern in nur 24 Stunden? Klingt verrückt, oder? Ist es irgendwie auch... ich habe es gewagt und mich dem Selbstversuch gestellt. Und was ich nur leise erhofft hatte, ist eingetreten: ich habe durchgehalten!

Auch jetzt, über eine Woche später, zehre ich noch von diesem Ereignis. Der Erfolg macht stark, es geht mir alles scheinbar leichter von der Hand. Irgendwie "schwebe" ich immer noch. Deshalb möchte ich Euch allen empfehlen, mal bei einem ähnlichen Event mitzumachen.

Der Lohn der Mühen... ein volles Stempelheft und eine Medaille

Wie alles begann:

Irgendwann trudelte eine Einladung in mein Postfach: "Bloggerwandern an der Mosel". Oh ja, mal die ganzen anderen verrückten Blogger kennen lernen und ein schönes Wochenende an der Mosel verbringen. Da sag ich doch glatt zu. Etwas später lese ich mir dann alles nochmal genauer durch: Im Rahmen des "Bloggerwanderns" steht auch die Teilnahme an einer 24-Stunden-Wanderung auf dem Moselsteig. Mit insgesamt 80 km Wegstrecke! Das schaffe ich doch niemals... oh je, worauf habe ich mich da eingelassen. Aber jetzt wird kein Rückzieher mehr gemacht.

Die Mosel, oh ja... da fahr ich mal hin!
Die Vorbereitung:

Mit der Einladung kamen natürlich auch gute Tipps zur Vorbereitung der Wanderung. So sollte man 6 bis 8 Wochen vor der Wanderung mit einer Kombination aus Kraftausdauertraining und Wandern beginnen. Ok, der Zeitplan passt gerade noch. Dabei zuerst Wandertouren mit wenig (Höhen-) Kilometern und dann langsam steigern. Guuut... ich bin ja eigentlich im Training denn ich wandere gerne. Aber was sind wenig Kilometer? Meine Strecken lagen bislang im Höchstfall zwischen 20 und 30 Kilometern.

Aber die Hauptschleife alleine weist ja schon 38 Kilometer auf. Die will ich unbedingt durchstehen also teste ich es mal auf einer Tour an der Lahn von Diez nach Laurenburg und über den Herhasee wieder zurück. Es funktioniert, aber ich bin ziemlich platt. Und ob ich mich danach nochmal aufraffen könnte um die restlichen 40 km dran zu hängen?

Aber ich gebe mich damit zufrieden, ich steigere die Kilometerzahl nicht weiter. Da steht ja auch was von "Regenerationsphasen" die man sich gönnen soll. Ich gönne sie mir und mache bis zum Event nur noch leichte Wanderungen. Mein Vorsatz: Du schaffst die Hauptschleife mit 38 km! Der Rest wird Zugabe. Wenn es klappt, klappt es. Wenn nicht, auch ok.

Das "Aufwärmen":

Am Freitag, dem 01.05.2015 dann die Anreise nach Bernkastel-Kues. Wir werden herzlich in dieser wunderschönen Ferienregion empfangen. Man stellt uns die Stadt vor, die Wanderwege, den Wein... Alles super interessant. Aber irgendwie kreisen meine Gedanken schon um den morgigen Tag. Wie wirst Du das überstehen. Heute Abend trinkst Du keinen Alkohol und gehst früh ins Bett. Drei Gläser Wein und zwei Bier weiter nehmen wir uns dann um 23:30 Uhr ein Taxi welches uns in unser Hotel am Berg fährt. Kein Alkohol? Früh ins Bett? Na, das hat dann ja schon mal geklappt ;-) Aber der Abend mit den lieben Bloggerkameradinnen und -kameraden war einfach zu schön.

Das "Aufwärmen" - verhungern tut hier keiner

Stadtführung mit dem "Doctor" in Bernkastel-Kues

malerische Gässchen
Die  24 Stunden von Bernkastel-Kues:

Samstag, 07:00 Uhr... der Wecker klingelt. Für 08:00 Uhr haben wir uns zum Frühstück verabredet. Ich richte schon mal meine Ausrüstung her, denn nach dem Frühstück werden wir abgeholt und dann geht es ja auch schon bald los. Wichtig: nochmal Hirschtalg-Salbe auf die Füße. Diese habe ich im Vorfeld schon reichlich verwendet. Welche Socken ziehe ich an? Ich entschließe mich für das Paar "Wrightsocks", die wir am Tag vorher überreicht bekommen haben. Sie sollen blasenfreies Laufen ermöglichen.

An der Cusanus-Grundschule in Bernkastel-Kues angekommen sind wir nicht mehr alleine. 160 wanderwütige Menschen sitzen noch beim Frühstück, nesteln an ihren Rucksächen, bereiten ihre Ausrüstung vor und warten. Auch ich mische mich darunter. Einen Kaffee gönne ich mir noch. Da fällt mir ein: gibt es unterwegs überhaupt Toiletten? Muss es geben. Oder notfalls einfach irgendwo in den Wald? Meine Nervosität steigt. Wir bekommen ein Stempelheft (boah, ist das leer) und ein Starterkit.

Alles noch so leer.....

Für uns reserviert... Danke!

Gute Ausrüstung ist die halbe Miete.

Briefing in der Turnhalle

10:45 Uhr - das Briefing in der Turnhalle. Wir bekommen gesagt, wie wir uns auf der Wanderung verhalten sollen. Aber das hatten wir ja irgendwie schon mal gehört. Egal, doppelt hält besser. Beruhigend: An jeder Station müssen wir unseren Namen nennen. So wird gewährleistet dass wir, auch in der Nacht, nicht verloren gehen.

11:00 Uhr - wir treffen uns für ein großes Startfoto vor der Schule! Hier hat wohl jeder so seine eigenen Gedanken, seine Ziele die ihm durch den Kopf gehen und so weiter. Mir selbst wird die Zeit lang, ich will jetzt endlich los.

Los geht´s!

Zunächst den Radweg entlang
Und dann setzt sich der Tross in Bewegung. Das Wetter ist schön, die Sonne lacht. Dementsprechend ist an der Mosel schon eine Menge los. Radfahrer kommen uns entgegen und sind nicht gerade erfreut. Denn klar, 160 Mann nehmen einen Radweg doch schon unter Beschlag. Ein Radfahrer schnauzt mich an, ich soll nach vorne schauen. Ok, ich hatte glaube gerade auf mein Oregon geschaut. Sorry dafür...

Ich unterhalte mich mit Martin. Das Thema: was war bei mir zuerst, das Bloggen oder das Wandern? Wie ich später erfahre bloggt Martin selbst. Er schreibt seine Erlebnisse im "Powerwalkers Blog" auf. Absolut lesenswerte Lektüre. Für ihn ist es nicht das "erste Mal". Ich bewundere diejenigen, die solche Strapazen öfter auf  sich nehmen. Fast jeder, den ich Frage, ist "Wiederholungstäter". Jürgen sagt sogar: "Vorsicht! Das macht süchtig"!

An den ersten beiden Stempelstellen ist eine Menge los. Das Feld rückt wieder zusammen. Ich nutze überall das reichliche Verpflegungsangebot. Ich esse viel... und trinke noch mehr. Zwei Becher Wasser habe ich mir an jeder Station vorgenommen. Den bestimmt leckeren Kastanienlikör habe ich allerdings verweigert.

Die erste Stempelstelle

Und der erste Stempel!

Auch wenn er noch so lecker aussieht: den Kastanienlikör habe ich verweigert. Sorry!
Kurz hinter der Stempelstation "Sauerborn Kesten" mache ich Pause. Grund: ein Geocache. Man hat ja sonst nichts zu tun. Das Döslein liegt aber direkt am Weg und ist auf den ersten Blick auszumachen. Ich trage mich ins Logbuch ein und weiter geht es.

Noch schnell ein Döschen

Und weiter im Text!
Am späten Nachmittag geht es hinauf zur Paulskirche Lieser. Der Anstieg zieht sich. Ich bewältige ihn zusammen mit Jürgen. Wenn ich oben ankomme wird es aber nur noch geradeaus gehen. Und vom Kurgastzentrum bis ins Ziel nur noch bergab. Das schlimmste Stück der Hauptschleife liegt also hinter mir.

Natur pur am Wegesrand

Blick von der Paulskirche Lieser

Bernkastel-Kues in Sicht!

Bedenke: Ein Stück des Weges liegt hinter dir, ein anderes Stück hast du noch vor dir. Wenn du verweilst, dann nur, um dich zu stärken, aber nicht um aufzugeben.
(Augustinus Aurelius)

Gegen 19:45 Uhr erreiche ich wieder die Cusanus Grundschule. Die Hauptschleife, mein erklärtes Ziel ist geschafft. Es gibt Pasta und ich schlage wieder zu. Abnehmen werde ich wohl nicht. Was mache ich nun? Schlafen legen? Aber wo... die versprochenen Feldbetten sind noch nicht aufgebaut. Ich bin auch viel zu aufgedreht. Nein, ich muss weiter. Aufgeben? Nein, der Gedanke ist mir noch nicht einmal gekommen. Alles ist gut, die Füße, die Beine... Hätte ich niemals gedacht. Gegen 20:45 Uhr mache ich mich wieder auf den Weg. Meine Bloggerkameraden machen sich Sorgen weil ich alleine im Dunkeln auf die zweite Schleife gehen will. Aber ich mag es, mein eigenes Tempo zu laufen. Und außerdem ist man "da draußen" ja nie so ganz allein.

Schlafen? Nöö....

Ich breche lieber wieder auf... es wird schon gleich dunkel....

Und  so hole ich auf dem Weg, der zu Beginn wieder recht steil bergauf geht, auch bald die ersten Wanderer ein. Es ist dunkel geworden, die Orientierung wird schwieriger. Zwar reflektieren die Wegweiser aber man muss sie erst einmal finden. Gut, dass ich mein GPS mit den Tracks gefüttert habe. Nun geht es durch die Weinberge bergab. Und ich merke, dass ich einen Fehler gemacht habe. In der Pause habe ich meine Wanderschuhe gegen die Laufschuhe ausgetauscht. Am Tag liefen wir fast nur auf Teer. Und nun? Es ist rutschig, ich muss höllisch aufpassen. Einen zweiten Geocache lass ich nach kurzer Suche unbeachtet.

Bernkastel-Kues in der Dämmerung - sehr reizvoll

Atemlos... durch die Nacht

Obwohl sich hier auch eine Rast anbieten würde
Über die Moselbrücke in Wehlen geht es nun zur Stempelstation im Feuerwehrhaus. Es gibt Gemüsebrühe... tut sehr gut. Jörg vom "Ferienland Bernkastel-Kues" fragt mich, wie es mir geht. Ich antworte: "sehr gut - ich zieh das Ding durch!" Aber dann denke ich wieder: nimm den Mund nicht so voll, es sind noch gute 30 km bis ins Ziel. Schnell schiebe ich nach: "Na ja, denke ich zumindest, man weiß natürlich nie, was auf den letzten 30 km noch passiert." Den Mund nur nicht zu voll nehmen.

Durch die Nacht geht es wieder bergauf zu den Streuobstwiesen. Es hat genieselt und der Weg ist feucht. Meine Laufschuhe halten die Feuchtigkeit nicht ab. Ich bekomme nasse Füße. Mist... in der Pause werde ich wieder auf die Wanderschuhe umsatteln. Wieder treffe ich alte Bekannte die ich in der Dunkelheit aber nicht sofort erkenne. Martin und Jürgen. Wir gehen ein ganzes Stück gemeinsam. An einer Leitplanke wieder ein Geocache. Diesmal finde ich ihn sogar sofort. Es soll aber der letzte Geocache für die Wanderung sein, an anderen laufe ich dann einfach vorbei. Warum unnötig bücken? Und im Dunkeln gestaltet sich die Suche sowieso schwierig.

Ende der 1. Sonderschleife, das Stempelheft füllt sich

Nur kurz die Beine (das Bein) hochlegen
Nun geht es wieder der Mosel entlang quasi ebenerdig bis zur Schule. Der Schalter ist umgelegt. Ich bin euphorisch, voller Adrenalin! Ich weiß ich werde es schaffen. Es sei denn, ich knicke um oder sonstiges. Und so erreiche ich gegen 01:00 Uhr wieder die Homebase. Ich wechsle Schuhe, Strümpfe und T-Shirt. Esse und trinke noch etwas. Lege ganz kurz meine Beine hoch und genieße den frisch gekochten Kaffee. Und kurz vor 02:00 Uhr sage ich zur Zeitnehmerin: "Ich glaube, ich gehe dann mal noch ein wenig wandern!".

Gegen Mitternacht durch die Altstadt

Die Schilder reflektieren, aber sind manchmal trotzdem schwer zu finden
Und ich genieße es. Ehrlich, kaum zu glauben. Es folgt der wohl steilste Anstieg der 80 km. Über 3 km nur bergauf. Und ich genieße es! Die Gewissheit, es durchzuhalten gibt mir zusätzliche Kraft. Und so mache ich nur einmal eine kurze Fotopause und schon bin ich oben. Weiter geht es zum Feuerwehrhaus Longkamp. Ich trinke eine Cola... hier gibt es Schokolade und ich schlage wieder zu. Jetzt sind es nur noch ein paar Kilometer. Und die werde ich weiter genießen.

Hinter Longkamp habe ich leichte Orientierungsprobleme. Ich hätte vor einem Weidezaun links gemusst, biege aber hinter dem Zaun ab. Ich laufe durch das hohe Gras, meine Hosenbeine werden nass und ich denke: da stimmt doch was nicht. Ich leuchte auf die andere Seite des Zaunes. Dort ist ein Weg. Oh Mann, ich Depp! Jetzt nochmal die 50 m zurück? Nein, Quatsch, einfach über den Zaun. Aber da passiert es: Ich verfange mich im Zaun, zerreiße mir meine Hose. Zwar gelingt es mir, mich zu befreien aber die Hose ist futsch. Noch dazu bemerke ich einige Meter später Blutflecken. Ok, ist nur ein Kratzer. Außerdem will ich es doch genießen! Und das mache ich auch.

Da ist es passiert... die Hose ist futsch... und ich blute!

Trotzdem genieße ich den Spaziergang durch die Dämmerung
Mittlerweile dämmert es. Die Vögel zwitschern und es geht durch den aufwachenden Wald bergab. Gut, dass es schon heller ist, diese Passage durch den Wald ist doch recht schwierig weil es rutschig ist und ich nur auf einem schmalen Pfad gehe. Der feuchte Schiefer erschwert den Halt zusätzlich. Aber schön ist es hier! Wahnsinn... Ich erreiche die ersten Häuser von Bernkastel-Kues! Hier schläft noch alles. Irre, ich bin gleich im Ziel! Nur noch durch die Altstadt, dann über die Brücke. 06:34 Uhr: geschafft! Und das in 19 Stunden, 34 Minuten! Ich bekomme den letzten Stempel. Man gratuliert mir und hängt mir eine Medaille um. Ich fühle mich großartig!

Erste Anzeichen der Zivilisation

Die beiden sind schon wach und grüßen die Wanderer

Ansonsten sind die Gässchen sonnntags kurz nach sechs noch menschenleer

Eile mit Weile

Über sieben..... äh.. waren es sieben Brücken? Diese hier jetzt zum letzten Mal
Ich setze mich zu den anderen an den Tisch. Sehe meine Bloggerkameraden wieder. Frage, wie es ihnen ergangen ist, erzähle von meinen Erlebnissen. Als ich aufstehe um zum Duschen zu gehen merke ich doch, was ich getan habe. Die ersten Meter sind mühseelig. Aber dann geht es auch schon wieder. Nach dem Duschen bin ich ein neuer Mensch. Total euphorisch, immer noch voll Adrenalin.

Wir warten noch auf Jens, der letzte der Blogger der noch auf der Piste ist. Auch er schafft es! Aber Kompliment auch an alle, die nicht die komplette Strecke durchgelaufen sind. Jeder für sich hat eine tolle Leistung erbracht! Ich ziehe den Hut. Respekt auch für die Orga, für die vielen Helfer der Feuerwehr und des DRK. Alle haben einen prima Job gemacht. Vielen herzlichen Dank!

Die Ausrüstung:

60 der 80 km habe ich in meinen neuen Lowa RENEGADE GTX absolviert. Ich liebe diese Schuhe! Es ist schon mein zweites Paar nachdem ich das erste zweimal neu besohlen lassen habe, es aber jetzt so langsam auseinander fällt. Auf der 24h-Wanderung haben mir die Schuhe auch viel Spaß gemacht. Der Wechsel auf die Asics Gel Kayano Laufschuhe zur 1. Sonderschleife hat nicht not getan. Hab es eigentlich nur gemacht, um mal ein anderes "Gehgefühl" zu bekommen. Die Asics sind tolle Laufschuhe aber eben keine Wanderschuhe. Und weil es auf der 1. Sonderschleife feucht und rutschig war, bin ich zur 2. Sonderschleife wieder mit den Renegade angetreten. Alles tip top!

Gute Ausrüstung ist sehr wichtig
Fürs Bloggerwandern wurde uns ein Paar Wrightsocks zur Verfügung gestellt. Ich trage normalerweise immer Wandersocken von Ulvang mit denen ich auch bestens zurecht komme. Aber ich wollte die Wrightsocks mal ausprobieren. Sie waren ja sogar schon einmal frisch gewaschen (Danke Karin). Die Wrightsocks Coolmesh II sind dünne Socken mit hoher Atmungsaktivität und geringem Gewicht. Außerdem bestehen sie aus zwei Lagen, was Blasenbildung und Feuchtigkeit verhindern soll. Und es hat prima funktioniert, ich kann diese Socken nur wärmstens empfehlen. Habe sie auf der Hauptschleife und der 1. Sonderschleife getragen und dann nur gewechselt, weil doch zu viel Feuchtigkeit durch die Laufschuhe hineingekommen ist.

Von deproc habe ich eine Softshellhose bekommen, die ich auf der Wanderung testen wollte. Die Kentville Zip-off men ist eine Wander- und Freizeithose aus elastischem Material und bietet laut Hersteller eine große Bewegungsfreiheit. Wie der Name schon sagt, kann man den unteren Teil der Hosenbeine "abzippen" und hat so eine schöne kurze Hose. Ich bin von dieser Hose begeistert! Nichts hat gerieben oder gezwackt. Sie trägt sich so angenehm und leicht, dass man sie kaum spürt. Auch der nächtliche kurzzeitige Nieselregen hat der Hose nichts ausgemacht. Sie blieb ganz einfach trocken. Der mitgelieferte Webbandgürtel ist genauso praktisch wie die aufgesetzten Hosentaschen mit Reißverschluss bzw. Klett. Mir fiel auch die gute Qualität der Reißverschlüsse auf. Und dann ist ja nachts wie oben beschrieben dieses Malheur passiert. Das ich mir die Hose zerissen habe, war der Tiefpunkt der 24-Stunden-Wanderung. Aber die Hose kann dafür ja gar nichts. Ich bin sehr traurig, dass sie nun kaputt ist. Na ja, als kurze Hose kann ich sie noch tragen, betroffen ist nur das untere Teil des linken Hosenbeines.

Die deproc-Hose bietet praktische Beintaschen

Unser Blogger-Teamshirt kam von Intersport Krumholz (Mühlheim-Kärlich). Es handelte sich dabei um ein Funktionsshirt der Marke CONA sports. Schon alleine vom Motivationswert klasse. Aber es hat sich auch beim Wandern bewährt. Normalerweise schwitze ich sehr leicht und es bilden sich sehr schnell "Schweißränder". Diese sind diesmal fast gänzlich ausgeblieben obwohl ich das Shirt 60 km lang getragen habe. Auch eine klare Empfehlung. Und ich hab mal nachgeschaut, diese Shirts sind ja total günstig zu erwerben!

Als Rucksack habe ich den Deuter Futura 28 getragen. Der ist zwar für die 24-Stunden-Wanderung etwas überdimensioniert aber sehr praktisch. Besonders gefällt mir das Aircomfort-Tragesystem und die Regenhülle, die im unteren Reißverschlussfach schlummert und mir in der Nacht gute Dienste geleistet hat. Der Rucksack hat kaum gedrückt, natürlich spürt man ihn wenn man ihn fast 20 Stunden lang trägt. Aber es gab keine Druckstellen oder ähnliches.

Komplettiert hat meine Ausrüstung eine Stirnlampe von Mammut und mein Garmin Oregon 600. Beide haben mit erstaunlich wenig Batterien durchgehalten. 

Mein Fazit:

Ich bin von mir selbst überrascht! Mit dieser 24-Stunden-Wanderung bin ich an meine Grenze gegangen und es hat mir gut getan. Getragen von der Euphorie und auch vom Gemeinschaftserlebnis habe ich keine Sekunde lang an ein eventuelles Aufgeben gedacht. Und das, obwohl ich mir im Vorfeld eigentlich nur die Hauptschleife als Ziel gesetzt hatte. Über dieses Ziel bin ich hinaus geschossen was mich sehr stolz macht. Die Müdigkeit hat mich erst am späten Sonntag Nachmittag ereilt. Die leichten Schmerzen und Zipperlein am "Day after" sind wohl vollkommen normal und inzwischen gänzlich wieder verschwunden.

24 Stunden am Moselsteig - ein unvergessliches Erlebnis!

Aus eigenem Antrieb hätte ich wahrscheinlich niemals an einem solchen Event teilgenommen. Es bedurfte eines kleinen Schubsers der Gastlandschaften Rheinland-Pfalz. Vielen Dank nochmal dafür. Allen, die sich mit dem Gedanken tragen an einer derartigen Wanderung teilzunehmen, sich aber bislang noch nicht trauen, wünsche ich auch einen solchen kleinen Schubser! Man lernt sich selbst sehr gut kennen. Niemand muss sich schämen, wenn er es nicht schafft. Aber wenn man es schafft, macht einen das unendlich glücklich. Eine 24-Stunden-Wanderung ist ein unvergessliches Erlebnis und eine wertvolle Erfahrung. Ich glaube, es war nicht meine letzte!

Besondere Grüße gehen an meine Bloggerkameradinnen und -kameraden. Eine super Truppe! Mit Euch gehe ich jederzeit gerne wieder: Anderswandern, Bunterwegs, Erfolgsmatrix, Fotografische Reisen und Wanderungen, gehlebt, Lahntastisch, Gipfelträumer, Heimatwandern, Hiking Blog, Lina Luftig, Reisemeisterei, Unterwegz, Wanderreporter, Wanderreporterin und Wellness Bummler




Mittwoch, 6. Mai 2015

Rund um Altenahr - Cachen auf die "alte Art"

Alle, die möglichst schnell viele "Fund-Logs" erzielen möchten, brauchen jetzt eigentlich nicht weiter zu lesen. Denn in Altenahr kann man es noch: Cachen auf die "alte Art". Die grünen Schatzkistchen sind hier sehr rar gesät, es überwiegen Earthcaches, Multis und Mysteries. Auch deshalb machten wir uns nach "alter Art" in großer Cachergruppe auf an die Ahr.

Hoch über dem Ahrtal... das Teufelsloch

Unsere Cachemobile stellen wir in der Schulstraße in Altenburg ab von wo aus die beiden Earthcaches GC1Z931 Cloos-Falte bei Altenburg und GC5D11V Mariensteine der Ahr relativ fix zu erreichen sind. Besonders die Mariensteine haben es uns angetan. Das man so etwas einfach im Wasser findet? Ein außergewöhnlicher Earthcache, das kann man mit Fug und Recht behaupten. 

Earthcache Mariensteine der Ahr
Nachdem wir noch schnell bei GC33192 Rettungswache in Altenahr vorbei geschaut haben, wandern wir dem ersten "Highlight" der Tour entgegen. GC4094 Ahrview 1 - Teufelsloch ist ein altehrwürdiger Multi aus dem Jahre 2002 den wir im Gegensatz zur restlichen Truppe schon 2008 gefunden hatten. Aber natürlich gehen wir gerne nochmal mit, denn die Aussicht lohnt sich. Am schwarzen Kreuz angelangt, treffen wir auch schon die ersten "Opossum-Jäger". Den Cache GC1EZB4 Ein Tag im Leben der Opossums hatten wir trotz der vielen Favoritenpunkte nicht auf dem Programm. Bei der Planung schreckten mich die benötigten Hilfsmittel und vor allem die Zeitangabe "5 bis 24 Stunden" ab. Aber so haben wir nochmals einen Grund, irgendwann nochmals in diese schöne Gegend zu fahren.

Erste Einstimmung auf das, was kommt
Hatte Petra uns nicht eine Runde Minigolf versprochen?
Und auch der Blick zur Burg Are ist verlockend
Am Teufelsloch angekommen lösen wir die Aufgabe 1 zu gleichnamigen Multi und können auch die erforderlichen Daten des Earthcaches GC1YZN5 Teufelsloch ermitteln. Aber noch ist Ahrview 1 nicht erledigt. Irgendwie haben wir es heute nicht so mit dem Rechnen. Die Aufgabenstellung ist wohl im Jahre 2013 verändert worden, so dass auch unsere Erinnerung nicht weiterhelfen können. Die ermittelte Koordinate liegt dann irgendwie auf der falschen Seite der Ahr.  Aber dann kommt doch noch die Erinnerung zurück. Zielsicher kann das Final angesteuert und gefunden werden. 

Der Weg zum Teufelsloch - kraftraubend! 
Aber da muss man durch...
....wenn man eine solche Aussicht genießen möchte!
Vom hin und her schon etwas erschöpft, machen wir uns auf zu weiteren Untaten. GC1YTV2 Altenahr: Tonsteinklippen - wieder ein sehr schöner Earthcache mit toller Location. Aber was hier für ein Verkehr herrscht! Altenahr scheint bei den Holländern ein beliebtes Ausflugsziel zu sein. Nur müssen die jetzt unbedingt hier lang fahren? Und da wir uns in einer Sackgasse befinden, kommen sie natürlich einige Minütchen später wieder alle zurück. Wir lassen uns davon nicht schrecken. Edgar nimmt todesmutig Maß und die richtigen Werte sind im Sack.

Einer muss sich opfern!
Nun lockt die Burg Are. Zunächst amüsieren wir uns über den originellen Tradi GC2JVH7 Strümpfe und dann geht es natürlich wieder bergauf. Oben angekommen bemerken wir, dass die Station 1 des Caches GC3CW5E Burg Are unten im Ort liegt. Da ich mich gerade in der Vorbereitung auf eine 24h-Wanderung am Moselsteig befinde übernehme ich den erneuten Ab- und Anstieg gerne und kann die fehlende Ziffer ermitteln. Oben angekommen wird zunächst ein Teil unseres Proviantes vertilgt und dann gesucht. Found it!

Vorbei an den Tonsteinklippen
...durch den Ort...

...ging es hinauf zur Burg Are!
Von hier aus bietet es sich nun an, GC4097 Ahrview 2 - Engelsloch anzugehen. Aber oh je, dieser Weg wird kein leichter sein. Wir überqueren den Grat über den Tunnels. Hier ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt. Schließlich kommt dann auch die Stelle an der ich "verweigere". Kommt ja eigentlich selten vor bei mir aber irgendwie ziehe ich es vor, auf die Rucksäcke aufzupassen. Frau JoergTh zieht tapfer durch und geht mit. Vielleicht wirkt der auf der Burg Are verzehrte selbstgemachte Schlehenlikör bei dem einen so, bei dem anderen so? Ich bleibe auf jeden Fall lieber mit den hanfris im "Basislager". Als die Bergsteiger zurück kommen stellt sich heraus, dass wir gar nicht so weit weg vom Final campieren. Und so haben wir auch den zweiten Cache des Owners Blinky Bill absolviert. Blinky Bill ist wohl allen älteren Geocachern ein Begriff. Sein Anmeldedatum bei geocaching.com datiert auf den September 2001 und somit darf man ihn mit Fug und Recht als Urgestein der Geocaching-Szene bezeichen.

Der Weg zur Engelsley hat es in sich...

...aber schließlich ereichen wir auch diese! Wieder ein Loch im Fels...

Die Aussicht entschädigt für die Mühen
Unten angekommen sind wir erstmal ziemlich platt, spazieren zu den abgestellten Cachemobilen zurück und legen eine Pause mit leckerem Kaffee und Wurst (Danke Petra), leckeren Dinkel-Frikadellen (Danke Hannelore) und leckerem Kuchen (Danke Sandra) ein. Die Lebensgeister kehren zurück und noch während der Pause wird der weitere Ablauf des Tages geplant. Den GC4JABT - Iris  Harry Nonstop Caching hatten wir schon unterwegs begonnen. Weniger als eine Stunde, vier Stationen... also ein Kinderspiel! Dachten wir jedenfalls als wir loslaufen. Aber es geht wieder... richtig... bergauf! Jetzt müssten wir fast alle Ausblicke auf Altenahr genossen haben. 

Jetzt tut eine Stärkung Not!
Zum Cache GC4W3M9 Unter der Eiche ist es ja gar nicht mehr so weit, den machen wir auch noch. Aber... Ihr könnt Euch das jetzt bestimmt schon denken, es geht erst bergab und dann wieder bergauf. Dafür haben wir jetzt wirklich die ultimativ letzte Perspektive auf Altenahr. Noch ein Cache in der Nähe? Ne, ist ja ein Mystery. Den hatte ich mir zuhause angeschaut und nichts mit anfangen können. Plötzlich schießt mir der Name des Caches und die Erinnerung an eine Stelle an der wir heute schon waren in den Kopf. Da kommen wir auch gleich nochmal hin! Das wäre doch....
Die Karawane zieht weiter...

...und auch wenn der Weg nicht jedem klar zu sein scheint...

...am Ende sind wir alle ziemlich platt
Mehr will ich nicht verraten um nicht zu spoilern. Das hessisch/rheinland-pfälzische Cacherrudel war von meiner Idee begeistert und Edgar erweist sich wieder einmal als hartnäckiger Sucher. So können wir uns schließlich auch noch in das Logbuch von GC50GM9 Hand in Hand eintragen.

Da das ganze rauf und runter doch ziemlich an unseren Kräften gezehrt hat verdingen wir uns jetzt doch noch als "Drive-In-Cacher" und heben GC1QFZT Lost Place Das alte Schwimmbad sowie GC539DA Anmaluti´s 1111. Keine Sorge, die jeweils letzten Meter zu den Caches natürlich wieder zu Fuß.

Insgesamt eine tolle Tour! Und es sind ja doch recht viele Caches geworden. Die meisten mussten wir uns aber redlich erkämpfen. Ich denke, die Bilder vom Gelände belegen das. Dafür dürfen wir uns jetzt was gönnen und lassen wir den schönen Tag in der Mendiger Vulkan-Brauerei ausklingen. Lecker!

Alle Bilder, und noch ein paar mehr, hier nochmal als Diashow:


Eine tolle Truppe!
Mit von der Partie waren übrigens: Team hanfri, der Pinguinclan, Bruno+Sanna, EDMAJA, Geodelfin2000 und die waldtrolle (Petra hat übrigens den Anstoß zu der Tour gegeben, vielen Dank!). Eine super Truppe! Vielen Dank für Eure Gesellschaft. Gerne können wir mal wieder los ziehen. Nicht nur wegen der teilweise uralten Caches war das wirklich "Cachen auf die alte Art"!

Bis bald im Wald! Oder an der Ahr... Euer Jörg