WAYMARKING

Mit waymarking die Welt neu entdecken

Waymarking? Was ist das jetzt schon wieder. Also, ihr lieben Geocacher... ihr wisst es vielleicht noch nicht aber ihr habt schon einen entsprechenden account bei waymarking.com. Denn waymarking hat sich aus den sogenannten "locationless geocaches" entwickelt, die auf geocaching.com nicht mehr genehmigt werden. Ihr könnt Euch also mit Eurem Geocaching-Nick und dem Kennwort dort einloggen. Und solltet ihr Premium Member sein, dann seid ihr es auf waymarking.com gleichzeitig auch. Im Prinzip läuft waymarking so:

fast alles kann man "waymarken"
Möglichkeit 1: Ihr entdeckt auf Euren Reisen, auf Euren Geocaching-Touren oder in Eurer Heimat etwas interessantes, eine Brücke, ein historisches Gebäude, eine schöne Aussicht oder oder oder... macht Fotos davon und nehmt die Koordinate dazu. Dieses interessante Objekt könnt ihr dann bei waymarking in der entsprechenden Kategorie veröffentlichen. Es gibt einen Punkt für jedes gepostete Objekt.

Möglichkeit 2: Ihr schaut auf der website nach, welche bereits veröffentlichten waymarks sich in der Nähe eures Zieles befinden, fotografiert das entsprechende Objekt und schreibt ähnlich wie beim cachen einen Log mit dem Bild. Nun bekommt Ihr einen "Visit-Punkt".

das Blockheizkraftwerk Blumenrod, von mir "gewaymarkt"
Seit letztem Monat habe ich das waymarking auch für mich entdeckt. Klar, geocachen wird mein Hobby Nr. 1 bleiben aber so zwischendurch werde ich immer wieder mal waymarken, zumal Limburg bis diese Woche noch leer war. Inzwischen habe ich hier meine ersten eigenen waymarks veröffentlicht. Die Freischaltung verlief sehr flott so dass ich mich genötigt fühlte, mich direkt beim Reviewer (der heißt hier officer) für seine Dienste zu bedanken. Keine halbe Stunde hatte ich schon eine Antwortmail aus den Staaten. Der Officer wünschte mir viel Spaß beim waymarking und bedankte sich, dass er "Deutschland durch meine Augen" sehen darf. Fand ich gut. Wahrscheinlich haben die Reviewer bei waymarking noch nicht so viel Stress, in Deutschland gibt es beispielsweise erst ca. 5700 waymarks. 

Waymarks sind weitestgehend wartungsfrei, umweltverträglich und stören die Eigentümer nicht (es sei denn, es gibt ein ausgesprochenes Fotografierverbot). Man kann seine Suche auf die für einen interessanten Kategorien beschränken, andere komplett ignorieren. Man kann Wettbewerbe, sogenannte scavenger hunts erstellen bei denen es darum geht, eine bestimmte Anzahl von waymarks als schnellster zu besuchen. Im Statistkteil gibt es einen grid mit kleinen icons so dass man sieht, welche Kategorien man schon erfüllt hat. Und schließlich läuft man viel aufmerksamer durch die Gegend. Man entdeckt wunderschöne Dinge für die man voher kein Auge hatte. Also alles besser als beim geocachen?




Nein, so gibt es zum Beispiel keine Pocket Queries, man muss sich die Wegpunkte seitenweise auf das GPS kopieren. Die Beschreibungen passen dabei nicht komplett mit aufs Gerät. Am einfachsten findet man waymarks übrigens über geocaching.com! Man muss einfach nur ein Cachelisting aufrufen und aus diesem Listing heraus kann man sich alle wamarks in der Nähe anzeigen lassen. Manch einem wird das Suchen, und die damit verbunde Überraschung einen toll gemachten Cachebehälter zu finden, fehlen.  Beim waymarking sind die Aufgaben ja doch sehr leicht zu erfüllen. Und man sollte  Englisch schon recht gut beherrschen, das umschalten auf deutsch wie auf geocaching.com ist nicht vorgesehen und die Reviewer sitzen scheinbar alle in Amerika. Also gibt es für und wieder. Und wenn es für die waymarks auch Statistikpunkte bei geocaching.com geben würde wäre die waymarking-community wahrscheinlich nicht so klein wie sie sich heute noch darstellt.

b
die Saalburg, von mir besucht
Ach, eins noch: beim surfen durch die waymarking-Kategorien bin ich auch auf die Kategorie "Bloggers" gestoßen. Hier muss man nicht etwa die Blogger besuchen (könnt ihr aber, wenn ich zuhause bin gibt es einen Kaffee) sondern nur das Blog. Ganz klar, dass GEWUM hier nicht länger fehlen durfte ;-). Ihr könnt also gerne hier Euren ersten Visit-Punkt machen. Hier nochmal zusammengefasst die Vor- und Nachteile des waymarkens:

Vorteile:
- überwiegend wartungsfrei
- weniger Probleme mit den Eigentumsrechten
- weniger Probleme mit dem Umweltschutz
- Suche kann duch die Kategorien auf eigene "Interessen" beschränkt werden
- witzig gemachter Statistik-Teil
- interessante Wettbewerbe, sogenannte scavenger hunts
- weitgehend noch "unbespieltes" Terrain (z.B. nur ca. 5700 waymarks in Deutschland)
- schnelle Freigabe, nette Reviewer (officer)

Nachteile:
- keine Pocket-Queries
- unkomfortable Suchfunktion
- weniger Spaß beim Suchen
- keine speziellen Spielarten wie Multis, Mysteries oder Nachtcaches
- weniger spannend für Kinder
- englischsprachige Community

Kommentare:

  1. Sehr gut geschrieben :)
    Nicht alle Reviewer/Officer sitzen in Amerika. Ich reviewe zur Zeit 70 Katgeorien und sitze im tiefsten Bayern ;)
    Beste Grüße, lumbricus

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    1. Hallöle,

      Danke dir für das Lob... Ja, inzwischen bin ich auch verschiedenen Gruppen beigetreten und blicke etwas besser durch. Ich hoffe doch, dass wir noch ein paar mehr Leute für das waymarken begeistern können, macht nämlich echt Spaß!

      Viele Grüße, Jörg

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  2. Schön geschrieben. :-)
    _Muss_ man ein Bild hoch Laden? War eben mal auf der Waymarking-Seite, aber die Bilder sind doch scheinbar optional?

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    1. Hallo Jochen, das kommt ganz darauf an. Bei den meisten waymarks sollte man ein Bild hochladen, teilweise sogar mit GPS. Steht unter den Logbedingungen auf der entsprechenden Waymarkseite.

      Bei manchen Waymarks werden allerdings auch Logs ohne Bild akzeptiert.

      viele Grüße aus Hessen!

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  3. Gibt es denn für Android eine App für das waymarking? Vielen Dank

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    1. Na ja, es ist nicht direkt eine App aber ich experimentiere gerade mit der Seite http://www.chilehead.us/wm . Die kann man in jedem Smartphonebrowser aufrufen und verhält sich dann quasi wie eine App. Ist aber noch im Beta-Status. Wenn du mehr darüber wissen möchtest schau mal in das Blog von Tante Hossi:

      http://itsallaboutthegrid.wordpress.com/2013/02/27/waymarking-mobile-im-beta-test/

      liebe Grüße

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  4. Sehr informativer Bericht, vielleicht verleitet dieser den ein oder anderen Leser das Waymarking mal zu testen und mit zu machen.
    Wir sind seit einigen Monaten dabei. Zuerst sind wir unsere Uraubsbilder durchgegangen. Dabei konnte man die Urlaube nochmal Revue passieren lassen und Hintergrundwissen erarbeiten, welches vor Ort mangels Zeit nicht immer erfasst wurde. Mit den "alten" Urlaubsbildern konnten bereits viele Waymarks "visited" werden. Da wir unterwegs immer die GPS Geräte für's Cachen dabei haben und das Tracklogging immer angeschaltet ist, wurden die Bilder der Kamera mit dem Track der GPS Geräte mittels GeoSetter abgeglichen und die Koordinaten dann in der Exif der Bilder gespeichert. Damit ließ sich so mancher neue Waymark im nachhinein posten. Aktuell sind wir dabei, die Sehenswürdigkeiten unserer Homezone mit Waymarks zu bestücken.
    Man bekommt mit der Zeit einen erweiterten Blick für die Details und sammelt bei der Recherche viel Wissen an, erlebt damit Orte und Dinge, von denen man meinte diese zu kennen, neu. Z.B. wie unterschiedlich Kirchturmuhren sein können (Category Town Clocks) oder das es an vielen Kirchen Wasserspeier gibt (Category Gargoyles, oder welche Gebäude unter Denkmalschutz stehen (Category Deutsche Denkmallisten - German Monument Registers) e.t.c.
    Anfangs fluppte es beim Einstellen neuer Waymarks nicht so gut, weil wir die Bedingungen fürs posten nicht richtig oder nur teilweise verstanden hatten, das gab sich aber mit der Zeit, der englische Wortschatz wächst bei dem Hobby ständig und die Hinweise der Officers bei "declines" machen die Fehler deutlich. Durch das Waymarking entstand auch Interesse, manche Dinge mehr in der Tiefe zu betrachten, so haben wir auch unser Bücherregal etwas aufgefüllt, ein Buch über Kreuze, eines über Architektur, eines über Türen u.s.w..
    Waymarking ist auf den ersten Blick vielleicht ein "unnützes" Hobby, das irgendwie etwas sinnlos erscheint, auf den zweiten Blick aber eine Bereicherung der Freizeitgestaltung und führt zu besserem Englisch und mehr Detailwissen. Wenn ihr also mal im Ahrtal unterwegs seit, Augen auf, Knipse an, hier gibt's jede Menge zu sehen und zu loggen und es wird täglich mehr :-)
    Beste Grüße, Iris & Harry

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